Bundesregierung gibt Funkfrequenzen für Breitband-Ausbau frei...
Freitag, 6. März 2009
... und treibt allen Beteiligten der Veranstaltungstechnik die Sorgenfalten in die Stirn.
Einen guten Überblick über die Problematik verschafft der offene Brief von Prof. Eberhard Müller an den Wirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, dem wir uns hier gerne anschließen wollen.
Link zum offenen Brief auf www.apwpt.org
Prof. Eberhard Müller 05. März 2009
Offener Brief an den Bundeswirtschaftsminister:
Sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg,
aufgrund der großen Dringlichkeit für einen kleineren, aber wichtigen Wirtschaftszweig der Deutschen Medien-, Theater- und Veranstaltungswirtschaft wende ich mich direkt an Sie, um Sie auf ein Problem aufmerksam zu machen, welches Ihnen bei der Vergabe der Frequenzen an die Mobilfunkbetreiber (siehe Anhang www.heise.de.pdf) in der Kabinettsitzung am vergangen Montag wahrscheinlich nicht bekannt war.
Das Problem:
Der vom Kabinett vergebene Frequenzbereich zwischen 790 und 862 MHz liegt entgegen den Aussagen des Bitkom-Präsidenten Scheer nicht "weitgehend brach", sondern in diesem Frequenzspektrum liegen alle drahtlosen Produktionsmittel für die Rundfunkanstalten, Theater (Sprechtheater, Oper, Musical usw.) Veranstaltungstechnikfirmen, Hallen, Messen, Kirchen usw.
Also alle drahtlosen Mikrofone, drahtlosen Kameras, drahtlosen Kopfhörer für Künstler, Bühnen usw.
Deutschland ist hier mit Sennheiser, Beyer Dynamik usw. ein weltweit führender Hersteller. Sennheiser hat für seine Entwicklung des Mikroports sogar einen Grammy verliehen bekommen.
Durch diese Entscheidung werden alle vorhandenen Produktionsmittel mit einem Schlag unbrauchbar und wertlos. Ganz abgesehen davon, dass keine Show, Fernsehsendung, Parteitag, Messe usw. mehr in der gewohnten Weise im auf der Welt üblichen Standard durchgeführt werden kann. Das "Mutterland der drahtlosen Mikrofonie" fällt zurück ins Kabelwirrwarr der frühen 70er Jahre.
Die Industrie, Künstler, deren Verbände und betroffene Anwender haben einen Verein www.apwpt.org gegründet, der auf dieses Problem aufmerksam machen wollte und die Politik darüber informieren wollte, dass im besagten Frequenzbereich entgegen der Aussagen mancher Interessengruppen eben doch sehr viel passiert. In diesem Verein wird versucht, im europäischen Kontext eine Lösung und Einigung zu finden die es ermöglicht, weiter drahtlos zu produzieren und trotzdem Breitbandinternet in einem anderen Bereich zu nutzen bzw. möglich zu machen. Leider ist dieser Verein, in dem alle Betroffenen nur nebenbei ehrenamtlich arbeiten, wohl nicht groß und mächtig genug, um sich ausreichend Gehör zu verschaffen.
Deshalb wende ich mich direkt an Sie mit der Bitte, Ihren Fachleuten "auf den Zahn zu fühlen" und diese auf das Problem der drahtlosen Produktionsmittel bei Rundfunk, Fernsehen, Theater, Veranstaltungswirtschaft, Hallen- und Messebetreibern usw. hinzuweisen. Der Verein geht aufgrund von Herstellerzahlen, ca. 700.000 drahtlosen Funkstrecken (Kameras, Mikrofone, Kopfhörer . . .) in Deutschland aus. Auch in unserer Firma sprechen wir von ca. 500 Kanälen mit einem Anschaffungspreis von ca. 5.000,-- € pro Kanal (= 2,5 Mio €).
Auch Sie wollen bei Ihrem nächsten Interview, Ihrer nächsten Show, Ihrem nächsten Parteitag usw. gewohnt professionell "rüber kommen".
Lassen Sie unserer Branche die Chance dafür!
Helfen Sie uns dabei, die für drahtlose Produktionsmittel notwendigen Frequenzen im Bereich 790 bis 862 MHz weiter störungsfrei nutzen zu können.
NEUMANN & MÜLLER GmbH & Co. KG
Geschäftsleitung
Prof. / Dipl.-Ing. Eberhard Müller
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