Offenbach-Post vom 16.05.2003
Dolmetscherkabinen aufbauen und den Redner ins rechte Licht setzen
Offenbacher Lux AV-Technik GmbH bildet zur "Fachkraft für Veranstaltungstechnik" aus
Offenbach (siw)
Der gute Ton gehört bei der Lux AV-Technik GmbH zum Geschäft: Mikrofone, Diskussionsanlagen, Beschallungspakete, Dolmetscher- und Simultananlagen, Telefonkonferenzsysteme und vieles mehr an Ausstattung und Service bietet das Unternehmen an, um Veranstaltungen wie Hauptversammlungen von Aktiengesellschaften, Konferenzen der europäischen Zentralbank oder hochkarätige politische Gipfel zum Erfolg werden zu lassen.
Aus einem Fotofachgeschäft, das Axel Sadlowski 1961 in der Frankfurter Taunusstraße 52 gründete, ist ein hochtechnisierter Betrieb geworden, der seit 1986 in der Offenbacher Luisenstraße 6 sitzt, bundesweit arbeitet und auch im Ausland gefragt ist.
Birgit Sadlowski hat die Geschäftsführung inzwischen vom Gatten übernommen und sorgt mit 18 Mitarbeitern außer dem guten Ton auch für einwandfreie Bilder und optische Darstellungen: Von einer neuartigen Präsentationswand über eine computergesteuerte Abstimmanlage (TED genannt), Aufnahme- und Wiedergabegeräte bis zu Rednerpult und Moderatorenkoffer reicht das Angebot (www.lux-av.de).
Technische Ausstattungen von Ärztekongressen, Veranstaltungen europäischer Betriebsräte, internationale Kongresse mit Satellitenübertragung im Frankfurter Hof, Mariott-Hotel, der Alten Oper oder in Brüssel gehören zum Tagesgeschäft: Allein vorgestern bestückte man acht Großveranstaltungen von Hamburg bis Kelsterbach. Trotzdem werden auch Kleinkunden, die lediglich einen Overheadprojektor leihen wollen, gerne bedient.
Die Arbeit der Angestellten, die von freien Mitarbeitern und Hilfskräften unterstützt werden, sieht folgendermaßen aus: Der Transporter wird mit den Geräten bestückt, sie fahren zum Tagungsort, bauen auf, betreuen die jeweilige Anlage während der Konferenz, bauen ab und fahren zurück. Stress ist manchmal vorprogrammiert: "Da die Hotels ihre Räume optimal nutzen wollen, passiert es oft, dass eine Veranstaltung um Mitternacht zu Ende ist und eine andere um acht Uhr beginnt. Das heißt: Wir müssen ab fünf Uhr morgens aufbauen", erklärt die Chefin.
Schon früh versuchte man im mittelständischen Unternehmen Nischen zu besetzen und investierte in teure Großgeräte: 1999 nahm die erste Video-Konferenzanlage sowie die erste computergesteuerte Abstimmanlage (TED) in Betrieb.
Seit fünf Jahren bildet das Unternehmen seinen Nachwuchs aus: Im anerkannten Lehrberuf "Fachkraft für Veranstaltungstechnik" beschäftigen sich Auszubildende drei Jahre lang mit einem umfangreichen Spektrum von Ton-, Bild-, Lichtechnik sowie Bühnenbau und der Vernetzung kompletter Computersysteme.
Die vier Ausbildungsplätze sind übrigens noch nicht besetzt: Interessenten sollten außer technischem Interesse vor allem ein gutes Realschulzeugnis mitbringen und mit Mathematik nicht auf Kriegsfuß stehen. "Sonst schaffen sie die Schule nicht", meint Birgit Sadlowski.
Doch die Chefin möchte falsche Erwartungen erst gar nicht aufkommen lassen: Mit Musik hat das Unternehmen wenig zu tun, wer davon träumt, als Roadie Rockbands auf ihrer Tour zu begleiten, ist an der falschen Adresse. Dass macht sich auch optisch deutlich: Oft wird bei Konferenzen ausdrücklich gewünscht, dass der Veranstaltungstechniker konventionelle Kleidung trägt.