Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16.06.2007
Alles ins rechte Licht setzen
Offenbacher Lux AV sorgt bei Veranstaltungen für die Technik / Vier Lehrlinge bei 18 Mitarbeitern
bema. OFFENBACH. Wenn alles klappt, merkt es keiner, wenn etwas schiefgeht, fällt es sofort auf. Das, so Randolf Grabinger von der Lux AV-Technik GmbH, sei das Schicksal von Veranstaltungstechnikern. Seine beiden Kollegen nicken; sie wissen, wovon er spricht. Gemeinsam bauen sie die Technik für eine Tagung am folgenden Tag im Schlosshotel Kronberg auf. Die Vorgaben: drei bis vier Redner, 65 Gäste, Simultanübersetzung, Präsentation mit Beamer. Nichts Ungewöhnliches für die Techniker der Lux AV.
18 fest angestellte Mitarbeiter hat das Offenbacher Unternehmen - laut Grabinger ist das untypisch für die Branche. Vier bis fünf feste, das sei schon eher normal. Viele Arbeiten würden dann von Praktikanten und freien Mitarbeitern erledigt. Natürlich könnten Unternehmen mit einer solchen Struktur den Kunden preislich günstigere Angebote machen, sagt Grabinger. Andererseits schätzen es die Kunden der Lux AV, vertraute Ansprechpartner zu haben.
Seine Ursprünge hat das Unternehmen im Einzelhandel. 1961 gründete Axel Sadlowski das Fotofachgeschäft "Foto-Lux" an der Frankfurter Taunusstraße. Nach und nach verlagerte sich der Schwerpunkt auf den Verleih von Technik für Veranstaltungen. Anfang der neunziger Jahre zog die GmbH mit damals vier Mitarbeitern nach Offenbach. Die Kunden sind inzwischen in ganz Europa verteilt. Deutsche Unternehmen seien in Sachen Veranstaltungstechnik nun mal weltweit die Nummer eins, meint Grabinger. Seit sieben Jahren bildet das Unternehmen Veranstaltungstechniker aus. Der Ausbildungsgang ist noch ziemlich jung, er existiert seit 1998. Seine Inhalte entstammen traditionellen Berufen wie Bühnentechniker, Beleuchter und Tontechniker. Seit 2001 gibt es zudem den Ausbildungsgang Veranstaltungskaufmann und -frau.
Patrick Hüther schloss seine Ausbildung bei Lux AV 2004 ab, seitdem ist er dort fest angestellt. "Mein Beruf ist super abwechslungsreich, und ich bekomme die komplette Entstehung einer Veranstaltung mit", sagt der Fünfundzwanzigjährige. "Der Kunde sagt uns, was er braucht, wir machen ihm ein Angebot, besichtigen die Locations, planen und machen", fährt Hüther fort. Personal, Technik, Logistik, die ganze Palette eben.
Bei 18 Mitarbeitern - 15 Männer, drei Frauen - beschäftigt Lux vier Auszubildende, im Herbst kommen noch mal zwei dazu - auch das ist ungewöhnlich. Eine Methode, um Kosten zu sparen? "Nein", sagt Geschäftsführerin Birgit Sadlowski. "Die Leute bilden wir aus, damit wir danach Mitarbeiter haben, wie wir sie brauchen". Im ersten Ausbildungsjahr müsse man viel Zeit in die neuen Kollegen investieren, dafür seien sie nach ihrer Ausbildung gut in das Team und das Geschäft integriert. Qualifiziertes Personal auf dem freien Markt zu finden sei schwierig, bestätigt Grabinger. Er war schon seit zehn Jahren in der Branche tätig, als er 1998 im Pilotjahrgang die Veranstaltungstechnik noch mal von der Pike auf lernte. Im Anschluss daran wechselte der heute Neununddreißigjährige zu seinem heutigen Arbeitgeber.
Außer der Abwechslung begeistert Hüther an seinem Beruf, dass er so häufig mit bekannten Menschen in Kontakt kommt. Mit dem Schauspieler Mario Adorf oder dem Dalai Lama etwa. Als dieser 2003 in Deutschland war, hat Hüther die Übersetzungstechnik betreut. Miteinander gesprochen hätten sie nicht, aber den Dalai Lama aus unmittelbarer Nähe zu erleben, sei auch ohne Worte beeindruckend, erzählt der Fünfundzwanzigjährige.